Meine Top 7 von Platz 7 bis 1 und der eine Satz, ohne den sie nicht funktionieren.
Am Montag im Workshop.
Ein Teilnehmer bittet die KI, seine Präsentation „zehnmal besser“ zu machen.
Das Tool stürzt ab.
Was heißt zehnmal besser?
Wüssten wir im Raum auch nicht.
Die KI hätte zurückfragen müssen.
Tut sie aber selten.
Meistens legt sie los, stimmt zu und liefert etwas, das gut klingt.
Das Problem ist nicht die KI.
Wir fordern sie nur fast nie zum Nachfragen oder Widersprechen auf.
Microsoft hat für den Work Trend Index 2026 rund 20.000 Berufstätige befragt. 46 Prozent nennen kritisches Denken als eine der wichtigsten Fähigkeiten im KI-Zeitalter.
Guter Vorsatz.
Aber mal ehrlich: Wer tippt im Alltag jedes Mal „Stimm mir nicht einfach zu“?
Deshalb arbeite ich mit Kurzbefehlen.
Text hinschreiben, Code dahinter, abschicken.
Hier sind meine Top 7:
Platz 7: #STEELMAN
Für die Position der anderen Seite, bevor du in die Diskussion gehst.
„Formuliere die stärkste Version der Gegenposition, so wie ihr klügster Vertreter sie vertreten würde.“
Wer die beste Gegenrede kennt, bleibt im Termin ruhig.
Platz 6: #GAPS
Für jeden Plan und jede Frage.
„Welche Punkte habe ich vergessen oder nicht bedacht? Nenn nur die drei wichtigsten.“
Drei, nicht dreißig. Sonst liest es keiner.
Platz 5: #TIGHTEN
Für lange oder schwammige Texte.
„Mach den Text kürzer, klarer und härter. Keine wichtige Information darf verloren gehen.“
Der zweite Satz ist der wichtige.
Platz 4: #NEXT
Für Mails, Threads und Notizen.
„Gib mir genau eine nächste Handlung: was, wer, bis wann. Ein Satz. Wenn nichts zu tun ist, sag das.“
Aus Lesen wird Tun.
Platz 3: #PREMORTEM
Für jeden Plan, bevor er startet.
„Angenommen, der Plan ist in sechs Monaten gescheitert. Nenn die drei wahrscheinlichsten Gründe.“
Lieber jetzt scheitern als im April.
Platz 2: #ASK
Hinter jeden Auftrag, bevor die KI loslegt.
„Antworte noch nicht. Stell mir zuerst höchstens drei Fragen, ohne deren Antwort du raten müsstest.“
Am Montag hätte die KI damit gefragt, was „besser“ heißen soll.
Platz 1: #NO/YES
Hinter deine eigene Idee oder Entscheidung.
„Sag mir zuerst klar Ja oder Nein: Würdest du es so machen? Dann nenn die zwei größten Schwächen. Stimm mir nicht aus Höflichkeit zu.“
#NO/YES prüft dich, #STEELMAN erklärt dir die anderen.
Der Code gegen die Ja-Sager-KI.
Unbequem, und genau deshalb Platz 1.

So funktionieren sie wirklich
Gestern haben wir es im Workshop getestet: Ohne Spielregel versteht die KI die Codes nicht. Sie braucht sie einmal schriftlich.
Kopiere diesen Block in die persönlichen Anweisungen deiner KI:
Kurzbefehle: Ein Wort, das mit # beginnt, ist kein Hashtag, sondern ein Kurzbefehl. Er kann am Anfang oder am Ende meiner Nachricht stehen, Groß- und Kleinschreibung ist egal. Wende dann den passenden Auftrag auf den Rest meiner Nachricht an.
#ASK: Antworte noch nicht. Stell mir zuerst höchstens drei Fragen, ohne deren Antwort du raten müsstest.
#GAPS: Welche Punkte habe ich vergessen oder nicht bedacht? Nenn nur die drei wichtigsten.
#NO/YES: Sag mir zuerst klar Ja oder Nein: Würdest du es so machen? Dann nenn die zwei größten Schwächen. Stimm mir nicht aus Höflichkeit zu.
#STEELMAN: Formuliere die stärkste Version der Gegenposition, so wie ihr klügster Vertreter sie vertreten würde.
#PREMORTEM: Angenommen, der Plan ist in sechs Monaten gescheitert. Nenn die drei wahrscheinlichsten Gründe.
#TIGHTEN: Kürze den Text, klarer und härter. Keine wichtige Information darf verloren gehen.
#NEXT: Gib mir genau eine nächste Handlung: was, wer, bis wann. Ein Satz. Wenn nichts zu tun ist, sag das.
Danach testen: „#PREMORTEM Wir starten im Januar einen Podcast.“ Zwei Minuten Arbeit.
Wo es keine persönlichen Anweisungen gibt, kopierst du den Auftrag einfach selbst.
Genau so bauen wir bei Upgrade Partners Ausbildung:
Kleine Routinen, die im Alltag bleiben.
Aus Kurs wird Kultur.
Der Tipp für den Start: Nimm nur Platz 1.
Eine Woche lang vor jeder eigenen Idee.
Danach weißt du, ob du die anderen sechs brauchst.
P.P.S. Über diesen Link findest du das How-to zu KI-Kurzbefehlen. Wir bauen ab jetzt zu jedem neuen Thema ein solches How-to-Dokument und schicken es mit dem Newsletter mit. Ob dir das Format hilft, schreib es mir gern in dieselbe Antwort. Ein Satz reicht.
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Dieser Artikel ist zuerst am 21.10.2026 als Newsletter erschienen. Wenige Tage später wird er automatisch als Blogartikel veröffentlicht.


